Warum retaxo4doc?

Seit Jahren treten im Internet vermehrt medizinische Bewertungsportale an. Suchmaschinen ermöglichen ihren Nutzern, Ärzte und Zahnärzte mit wenigen Klicks zu bewerten.

Große Krankenkassen haben für Millionen Versicherte zusätzlich zentrale Bewertungsportale ins Leben gerufen. Die Anonymität dieser Bewertungen ist stets gewährleistet - Tatsachenbehauptungen werden selten diskutiert. Insbesondere bei den erstgenannten Bewertungsportalen und bei Einträgen, die mit Suchmaschinen verknüpft sind, kann häufig beobachtet werden, dass entweder wenige negative Einträge oder auffällig wenige aber positive Einträge das Ranking eines Arztes im Internet bestimmen. Im Extremfall werden Ärzte, die Tausende von Patientenkontakten innerhalb vieler Jahre haben, mit 10 Einträgen bewertet. 

Die Alltagserfahrung erfolgreich tätiger Kliniken und Praxen sieht jedoch in der Regel anders aus. Neben enttäuschten Patienten gibt es wesentlich mehr Patienten, die sich bedanken und sehr zufrieden mit ihrer medizinischen und menschlichen Versorgung sind. Diese Menschen danken dem Personal oder dem Behandler direkt. Diese Information findet also nicht den Weg in die öffentlich zugänglichen Bewertungen im Internet.

Hier setzt retaxo4doc an. Es ist ein Informations- und Dienstleistungsangebot, das den Leistungserbringern im Gesundheitswesen und letztlich auch den Patientinnen und Patienten nützt.

retaxo4doc macht dies in strukturierter Form transparent und zeigt, wie eine große Zahl von Patienten über Infrastruktur, Servicequalität und Kompetenz des ärztlichen und nichtärztlichen Personals urteilt.

In vielen Arztpraxen, bei Zahnärzten, Ambulanzen und Krankenhäusern finden regelmäßig Befragungen zur Patientenzufriedenheit statt. Für qualitätsbewusste Mediziner sind diese Informationen von großer Bedeutung, weil sie zuverlässige Hinweise darauf geben, was bei der Patientenversorgung und den Leistungsangeboten gut läuft und was eventuell verbessert werden kann. Wer seit Jahren erfolgreich Patienten behandelt, wird hier Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge hören und dies zu nutzen wissen. Auch wenn es viele Kritiker nicht wahrhaben wollen: Medizin ist von hoher Belastung und Leistungsbereitschaft aller Mitarbeiter, dem massiven Einsatz von Ressourcen und erfolgreichem Arbeiten für die Patienten geprägt. Viele Patienten wissen das und bestätigen es gern auf Nachfrage.

Die Validierung und das Verfahren sind das Besondere an retaxo4doc. Es können weder Ergebnisse aufgehübscht werden, noch werden Mediziner durch Bewertungen einiger weniger Kritiker ungerechtfertigt an den Pranger gestellt.

Verbreitung personenbezogener Daten von Heilberuflern durch Bewertungsportale ist zulässig

Die Rechtsprechung in Deutschland ist eindeutig. Bei der Abwägung zwischen den gegensätzlichen Interessen negativ Bewerteter einerseits und der Patienten andererseits wird ein erhebliches Interesse der Patienten an den Bewertungen anderer Patienten im Zusammenhang mit deren Kommunikationsfreiheit höher eingeschätzt als schutzwürdige Interessen wie Persönlichkeitsrechte und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung der Bewerteten. 

Wie das Deutsche Ärzteblatt berichtet, hatte eine Hebamme erfolglos vor dem LG Düsseldorf geklagt, um einem Bewertungsportal die Veröffentlichung von Patientenbewertungen ohne ausreichende Zugangsbeschränkungen zu untersagen. Ähnlich wie schon im Fall "Spick mich", in dem eine anonym bewertete Lehrerin ohne Erfolg den Instanzenweg bis zum Bundesgerichtshof beschritten hatte, kam auch in diesem Fall das Gericht zu dem Urteil, dass die Verbreitung der Bewertungen über das Internet zulässig ist. 

(zitiert nach Dt. Ärzteblatt, Jg. 111, Heft 6 v. 7.2.2014, S. A 194; LG Düsseldorf, Urteil v. 9.4.2013, Az.: 5 0 141/12)

Selbst wer bei Arztbewertungen lügt oder verleumdet muss nicht namentlich benannt werden

Juni 2014: Der BGH hat in einem Fall von grundsätzlicher Bedeutung entschieden, dass Betreiber von Bewertungsportalen selbst Namen von Lügnern nicht gegenüber Betroffenen verraten müssen. Selbst bei der Verbreitung falscher Tatsachenbehauptungen bestehe kein Auskunftsanspruch des Betroffenen, entschied der BGH (Az.: VI ZR 345/13). Schmähungen im Netz können demnach nur dann rechtliche Konsequenzen für den Verursacher haben, wenn strafrechtlich relevante Verstöße begangen werden und die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Seinen Namen nannte der Nutzer nicht und konnte daher selber vom Arzt nicht rechtlich belangt werden. Der BGH entschied 2014, der Betreiber eines Internetportals sei "...in Ermangelung einer gesetzlichen Ermächtigungsgrundlage ... grundsätzlich nicht befugt, ohne Einwilligung des Nutzers dessen personenbezogene Daten zur Erfüllung eines Auskunftsanspruchs wegen einer Persönlichkeitsrechtsverletzung an den Betroffenen zu übermitteln".

Im konkreten Fall hatte ein Internetnutzer einen Arzt auf einem Bewertungsportal mehrfach mit unwahren Behauptungen bewertet und dies auch wiederholt, nachdem der Arzt erfolgreich rechtliche Schritte gegen das Portal eingeleitet hatte, um die ersten unwahren Tatsachenbehauptungen wieder löschen zu lassen.

BGH 2016: Prüfungspflicht für Portale konkretisiert

Bewertungsportale im Internet müssen Beanstandungen ernsthaft überprüfen. Gegebenenfalls müssen sie die Person, die die Bewertung abgegeben hat auffordern, ihre Bewertung näher zu begründen und Belege einzureichen, wie der Bundesgerichtshof (BGH) Anfang 2016 entschied.

Dabei dürfe die Prüfpflicht der Portalbetreiber aber nicht so weit gehen, dass Bewertungsportale stark erschwert werden entschied das Gericht. Auch die Anonymität der Bewertenden stellte der BGH nicht grundsätzlich in Frage. (Az: VI ZR 34/15)

Im konkreten Fall wehrte sich ein Zahnarzt gegen eine Bewertung mit der Note 4,8 auf dem Bewertungsportal Jameda. Er vertrat die Auffassung, der Bewertende sei gar nicht bei ihm in Behandlung gewesen. Jameda hatte die Bewertung nach seinem Einspruch zunächst gelöscht, nach einer Prüfung aber wieder eingestellt.